Wandern im Pott und Planet Ozean

Schon zum zweiten Mal reiste eine Gruppe unserer Sektion nach Oberhausen, um sich eine Ausstellung im berühmten Gasometer anzuschauen. Außerdem besuchte sie die Ausstellung „Ach was!“ über den deutschen Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot im Schloss Oberhausen und das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum.

Am museumsfreien Montag reiste die Gruppe jedoch zunächst nach Essen-Werden, um ein Teilstück auf dem Baldeneysteig zu wandern. Dieser insgesamt 27 Kilometer lange Rundweg führt einmal um den Baldeneysee herum. Dieser See existiert erst ein knappes Jahrhundert nach dem Bau eines Wehrs bei Werden, mit dem die hier durch ein recht steiles Tal fließende Ruhr ab 1933 aufgestaut wurde.

Die 16 Personen große Gruppe wanderte vor allem auf dem Abschnitt am Nordufer, der sich als etwas anspruchsvoller erwies als vermutet. Er war in Abschnitten recht steil und schmal und führte meist durch bewaldetes Gebiet. Die Teilnehmer waren regelrecht begeistert von der Landschaft, die sie hier mitten im Ruhrgebiet nicht erwartet hatten. Immer wieder konnten sie schöne, zum Teil spektakuläre Ausblicke über den See und die Landschaft südlich davon genießen.

Die nicht immer klare Beschilderung führte dazu, dass einer der Teilnehmer kurzfristig verloren ging und durch den sportlichen Einsatz eines  anderen Teilnehmers zurückgeholt wurde. Bei der etwas chaotischen Rückreise nach Oberhausen ging eine Teilnehmerin kurz verloren, weil der Tourenleiter plötzlich impulsiv entschied, schon in Mülheim Hbf und nicht in Mülheim-Styrum umzusteigen.

Bei einer spannenden Führung durch das Anschauungsbergwerk im Deutschen Bergbau-Museum Bochum lernten die Flensburger den Alltag der Bergleute sowie Aufbau und Funktion der Gruben, Schächte und Stollen kennen und waren beeindruckt von den Ausmaßen der Anlagen und dem harten Leben der Bergleute. Auch die Ausstellungen des Museums über Bodenschätze und Mineralien, über die Entwicklung des Bergbaus und weitere Themenfelder aus dem Montan-Bereich erwiesen sich als äußerst interessant.

Beim Besuch des Gasometers besannen sich die Flensburger auf ihre alpinen Fähigkeiten und bestiegen das 117 Meter hohe Industriedenkmal über die Westflanke in Form einer mächtigen Treppenanlage und ließen es sich nicht nehmen, hoch oben über den Weiten des Ruhrgebiets mehrere Gipfelfotos zu schießen. Die Ausstellung „Planet Ozean“ behandelte die Weltmeere und deren Bewohner in seiner unermesslichen Vielfalt. Spektakuläre Fotografien namhafter Fotografen, gut gemachte Video- Animationen, zahlreiche marine Objekte und mehrere Filme auf zum Teil riesigen Projektionsflächen machten diese Ausstellung in Europas höchstem Ausstellungsgebäude zu einem Highlight der Kulturreise. Nicht zuletzt ging es in dieser Ausstellung auch um die Gefährdung der Ozeane als Lebensraum und als CO2-Speicher durch den Klimawandel sowie durch Verschmutzung.

Nicht zuletzt lernte die Flensburger DAV-Gruppe während ihres knapp dreitägigen Aufenthalts das dichte ÖPNVNetz des Ruhrgebiets kennen und nutzte unterschiedliche Verkehrsmittel wie Regionalbahn, S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn und Bus. Der Besuch der nächsten Ausstellung im Gasometer wird bereits intern diskutiert.

Text: Joachim Pohl